Hebammennotfallversorgung in Wiesbaden kommt

In ihrer gestrigen Sitzung hat die Stadtverordnetenversammlung einstimmig ein Konzept zur Hebammennotfallversorgung beschlossen. „Das Schöne daran ist, dass wir das Konzept einstimmig beschlossen haben und es nun umgehend umgesetzt werden kann. Die Hebammen stehen schon in den Startlöchern und haben Zeitkapazitäten für Notfallsprechstunden freigeräumt. Ab nächster Woche können die ersten Termine vergeben werden. Damit haben wir in Wiesbaden ein Angebot für Schwangere und Mütter zur Vor- und Nachsorge, die keine Hebamme zur Betreuung gefunden haben“, erklärt Anita Hebenstreit, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Rathausfraktion.

„Dabei ist nicht nur das Konzept an sich besonders, sondern auch die Art, wie es entstanden ist. Wir haben das Glück, dass sich hier in Wiesbaden eine Arbeitsgruppe von engagierten Hebammen gegründet hat, die über einen Zeitraum von gut drei Jahren an Möglichkeiten zur Bekämpfung der Unterversorgung von Vor- und Nachsorge bei Schwangeren zusammengearbeitet hat. Das ist in der Bundesrepublik – soweit uns bekannt – einmalig. Herausgekommen ist ein rundes Konzept zur Hebammennotfallversorgung in Wiesbaden“, berichtet Hebenstreit. Erstellt wurde das Konzept unter Mitwirkung der Hebammen, des Frauengesundheitszentrums Sirona e.V. und der Kommunalen Frauenbeauftragten Saskia Veit-Prang im Rahmen des Runden Tisches Frauengesundheit.

Die wichtigsten Punkte des Konzeptes sehen vor, dass ab sofort zwei Hebammen eine wöchentlich an vier Tagen (Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag) stattfindende offene Sprechstunde anbieten. Ergänzend dazu werden auch aufsuchende Nachsorgetermine angeboten. Koordiniert wird das Angebot durch eine Servicestelle, die dienstags und donnerstags zwischen 17 und 19 Uhr per Telefon (0611/3608260) erreichbar ist. „So werden den Schwangeren – wie den Hebammen – verzweifelte Telefonate abgenommen. Schwangere und Mütter ohne Nachsorgehebamme können sich bei Akutfällen direkt an die Servicestelle wenden und dort einen Termin für die Sprechstunde erhalten. Ab dem 13. September 2018 ist die Servicestelle, die bei Sirona e.V. angesiedelt ist, besetzt und die Telefonnummer freigeschaltet“, so Hebenstreit. „Allerdings stellt dies nach wie vor keinesfalls einen Ersatz für eine frühzeitig vermittelte Hebammenbetreuung dar.“

„Ich möchte an dieser Stelle nochmal allen Hebammen für ihre Mitarbeit an der Erarbeitung des Konzeptes danken, und hier stellvertretend die Kreissprecherin Judith Jeron nennen, genauso wie Sigrid Schellhaas von Sirona e.V. und unserer Kommunalen Frauenbeauftragten Saskia Veit-Prang. Ich weiß, dass hier viel Herzblut reingeflossen ist. Auch die Umsetzung bedeutet für alle Mitwirkenden –  insbesondere auch die teilnehmenden Hebammen – eine Mehrbelastung, die nicht eins zu eins vergütet werden wird. Umso mehr nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten“, so Hebenstreit abschließend.